Schrift-Kunst von Katharina Pieper im Saalbau Homburg
„Federleicht – Wenn Gedanken Flügel tragen“ zeigt zweidimensionale und dreidimensionale Arbeiten in einer Einzelschau von 14. September bis 4. Oktober
In der Galerie im Kulturzentrum Saalbau in Homburg sind vom 14. September bis 4. Oktober zwei- und dreidimensionale Schrift-Kunstwerke der international renommierten Schriftkünstlerin Katharina Pieper zu sehen. Die Ausstellung trägt den Titel „Federleicht – Wenn Gedanken Flügel tragen“.
Gezeigt werden zahlreiche Arbeiten aus jüngster Zeit, die eigens für die Einzelschau in Homburg entstanden sind. Einige Exponate brechen nach Angaben der Ausstellung über die Zweidimensionalität hinaus. Pieper lotet mit der Verbindung von Schrift und freier Kunst immer wieder gestalterische Grenzen neu aus.
Katharina Pieper zählt im deutschsprachigen und internationalen Raum zu den gefragtesten Schriftkünstlerinnen und Dozentinnen für moderne Kalligrafie. Ihr Aktionsradius als Künstlerin und Dozentin erstreckt sich über mehrere Kontinente. Ihre Werke befinden sich in namhaften Sammlungen rund um die Welt. Das Zentrum ihres Wirkens liegt seit vielen Jahren im Saarpfalzkreis, wo sie lebt und arbeitet.
Im Jahr 2016 gründete sie den gemeinnützigen Verein Stiftung Schriftkultur e.V. mit Sitz in Homburg. 2017 zog die Stiftung Schriftkultur in Räumlichkeiten des historischen Gut Königsbruch. Mit einem Ausstellungs- und Museumsbereich, dem Jean-Larcher-Archiv, Kursräumen und einer Fachbibliothek habe sich der Ort als zentrale Institution in der deutschsprachigen Schreib- und Kunstszene etabliert und Homburg zum Hotspot für Kalligrafie gemacht, berichtet die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Françoise Mathis-Sandmaier.
Buchstaben seien für Pieper lebendige Gestaltungselemente, die mehr als nur den sachlichen Textinhalt transportierten. Der Weg von der klassischen Schrift zum ausdrucksstrakten Schriftbild habe Ende der 1980er-Jahre mit der Mitwirkung der Farbe Fahrt aufgenommen. Schriftzug und Farbe, das Grafische und das Malerische interagierten dynamisch im Bildraum. Als skulpturale Elemente und Installationen griffen die kalligrafischen Schöpfungen auch in den physischen Raum ein, so Dr. Mathis-Sandmaier.
Durch die Befreiung der Schrift von ihrer rein dienenden Funktion erobere Piepers Schriftkunst neue, unkonventionelle Felder. Formen und Farben verschmölzen zu visuell spannungsvollen und beflügelnden Kompositionen. Der Zauber der bildgewordenen Sprache liege in der Kombination von ästhetischer Dimension und meditativer Wirkung. Einfühlsam banne die lyrisch beschwingte Geste das Wort und animiere es kunstvoll mit Leben.
Vernissage
Die Vernissage findet am Montag, 14. September, um 18.30 Uhr in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau statt. Die Begrüßungsworte spricht der Kulturbeigeordnete Raimund Konrad. In die Schau führt die Kuratorin Dr. Françoise Mathis-Sandmaier ein. Die Künstlerin ist anwesend. Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Sonderveranstaltungen
Führungen durch die Ausstellung
Katharina Pieper bietet an allen drei Sonntagen der Ausstellung jeweils um 15 Uhr bei freiem Eintritt eine exklusive Führung an.
Lesung und Gespräch mit Birgit Herold
Die im Saarland lebende Autorin Birgit Herold liest am Mittwoch, 23. September, um 19 Uhr aus ihrem Roman „Die Schreiberin“. Das Werk wirft einen Blick auf das bewegte Leben von Clara Hätzlerin, der einzigen urkundlich belegten Lohnschreiberin des Mittelalters. Auch hier ist der Eintritt frei.
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