„Bildgeschwister“: Zwei barocke Gemälde aus dem Umfeld von Schloss Karlsberg erstmals gemeinsam präsentiert

Kreisverwaltung zeigt „Bildgeschwister“: Zwei barocke Gemälde aus Schloss Karlsberg erstmals gemeinsam, Leihgabe und Schenkung. Historischer Hintergrund.

Von Redaktion LK Saarpfalz-Kreis2 Min. Lesezeit
Personen stehen bei einer Ausstellungseröffnung im Forum; eine Person bedankt sich bei Prof. Dr. Max Lindemann.

Foto: saarpfalz-kreis.de

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Zwei barocke Gemälde aus dem Umfeld von Schloss Karlsberg sind in der Galerie der Kreisverwaltung erstmals gemeinsam gezeigt worden. Die kleine Präsentation stand unter dem Titel „Bildgeschwister – zwei Motive, ein Künstler“ und brachte eine Leihgabe mit einer Schenkung zusammen.

Zu sehen waren zwei Werke gleicher Größe, im gleichen Rahmen und aus derselben Künstlerhand. Inhaltlich unterscheiden sie sich jedoch deutlich: Das geschenkte Bild zeigt ein Hirtenpaar mit Herde in friedlicher Landschaft, das Pendant eine antike Stadt in einem Flusstal mit Schiffen.

Gemeinsame Herkunft aus der Sammlung von Schloss Karlsberg

Verbunden sind beide Bilder nicht nur durch ihre Gestaltung, sondern auch durch ihre Geschichte. Sie stammen aus der Sammlung von Schloss Karlsberg. Als französische Revolutionstruppen 1793 die Anlagen der Residenz von Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken zerstörten, konnte die umfangreiche Gemäldesammlung zuvor über Mannheim nach München gerettet werden. Organisiert wurde dies von Johann Christian von Mannlich, Hofmaler und Generalbaudirektor.

Zu den Helfern gehörte nach Angaben des Saarpfalz-Kreises auch Förster Johann Heinrich Lindemann. Als Dank erhielt er unter anderem die jetzt gezeigten Werke. Sie blieben über Generationen hinweg in Familienbesitz.

Eine Schenkung führte beide Werke wieder zusammen

Zu den Nachfahren Johann Heinrich Lindemanns zählen Prof. Dr. Max Lindemann, früherer Chefarzt der Chirurgie und Ärztlicher Direktor am Kreiskrankenhaus in St. Ingbert, sowie Dipl.-Kfm. Christian Lindemann, ehemaliger Besitzer von Gut Lindenfels bei Alschbach.

Nach Mitteilung des Kreises bot Prof. Lindemann eines der Gemälde dem Saarpfalz-Kreis als Schenkung an und machte dabei zugleich auf das passende Gegenstück aufmerksam. Dr. Jutta Schwan, Kunsthistorikerin im Kulturmanagement des Saarpfalz-Kreises, brachte beide Werke für die Ausstellung zusammen.

Kunsthistorischer Blick auf Motive und Epoche

Bei der Einführung ordnete Schwan die Bilder kunsthistorisch ein. Sie verwies auf ähnliche Gemälde des im pfälzischen Otterberg geborenen Johann Heinrich Roos und seiner Söhne, deren Arbeiten sich in zahlreichen Museen in Europa finden. Zugleich erläuterte sie die historischen Bezüge zu Schloss Karlsberg, das in ihrer Arbeit einen Schwerpunkt bildet.

Auch in den von ihr initiierten zehnminütigen Mittagspausenführungen richtete sie den Blick auf Details der Bilder und auf Bezüge zur Malerei der Epoche. Dabei ging es unter anderem um Bildelemente wie Ziegen und Viehherden, die als Ausdruck von Handel und Fortschritt verstanden werden können.

Landrat Frank John dankte den Familien Lindemann dafür, dass die beiden „Bildgeschwister“ nebeneinander gezeigt werden konnten und mit der Schenkung zugleich ein Stück Familiengeschichte an den Saarpfalz-Kreis übergeht.

Leihgabe kehrt zurück, Schenkung soll nach Schwarzenacker

Während die Leihgabe inzwischen an ihren ursprünglichen Platz zurückgekehrt ist, soll die Schenkung perspektivisch im Römermuseum in Schwarzenacker zu sehen sein.

Weitere Hintergründe zu Schloss Karlsberg finden sich in unserem früheren Bericht über die Einweihung der SR-Plakette im WaldPark Schloss Karlsberg.

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