Nicaragua-Ausstellung in Homburg bis 15. November zu sehen
Eine Doppelausstellung über Kunst, Frauenrechte und fairen Handel in Nicaragua ist bis zum 15. November im Homburger Forum der Kreisverwaltung zu sehen. Gezeigt werden Bilder von Künstlerinnen und Künstlern des Inselarchipels Solentiname sowie die Roll-up-Ausstellung „Mit Power in die Zukunft – Der Kampf der Frauen von Nicaragua“. Sie umfasst zehn Roll-ups.
Die Ausstellungen können während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung besichtigt werden. Wegen eingeschränkter Zugangsmöglichkeiten bittet die Kreisverwaltung um Anmeldung bei Eleonora Lupp, Büro Landrat, per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 06841 104-8266. Die Kreisverwaltung befindet sich am Forum 1, 66424 Homburg.
Kunst aus Solentiname
Die Bilder zeigen den Alltag auf den Inseln im Nicaragua-See und stehen in der Tradition der naiven Malerei. Zu sehen sind Werke von Elba Jimenez und Rodolfo Arellano aus der Ursprungsgruppe sowie von Adán Gonzales, Johnny Garcia, Ligia Sandino und Paul Morales. Ein Bild von Marvin Campos zeigt den Uhrturm von Diriamba, einer Stadt im Westen Nicaraguas.
Kunsthistorikerin Dr. Jutta Schwan stellte bei der Ausstellungseröffnung den Zusammenhang der Werke mit dem Dichter, Befreiungstheologen und Kulturminister Ernesto Cardenal sowie dem Schauspieler und Moderator Dietmar Schönherr vor. Cardenal ermunterte die Menschen auf Solentiname zum Malen und zur Gründung einer Künstlerkolonie. Die Malerei bot ihnen neben der Landwirtschaft eine weitere Möglichkeit zum Broterwerb.
Frauenrechte und wirtschaftliche Unabhängigkeit
Der zweite Ausstellungsteil befasst sich mit der Frauenbewegung in Nicaragua und dem Einsatz für bessere Lebensbedingungen. Ingrid von Osterhausen von der Fairtrade Initiative Saarbrücken stellte die Fundación Entre Mujeres (FEM) und den Diriamba Verein vor. FEM wurde 1995 im Norden Nicaraguas gegründet. Die Organisation unterstützt Frauen unter anderem durch Bildung, Gesundheitsangebote, Beratung und politische Bewusstseinsbildung.
Acht Kooperativen mit insgesamt 362 Frauen haben sich unter dem Namen Las Diosas („Die Göttinnen“) zusammengeschlossen. Sie produzieren unter anderem Kaffee, Honig, Hibiskustee, Gemüse und Marmelade. Der Kaffee wird auch international verkauft. FEM und Las Diosas engagieren sich gemeinsam für Frauenrechte, Solidarität und ein selbstbestimmtes Leben.
Die Fairtrade-Stadt Homburg und der Fairtrade-Saarpfalz-Kreis organisieren die Ausstellung gemeinsam mit der Fairtrade-Initiative Saarland. Bei der Eröffnung wurde Kaffee aus Nicaragua vom Eine-Welt-Laden Homburg angeboten. Informationen zu Bezugsquellen verschiedener Kaffeesorten, darunter SaarKaff und Las Diosas, vermittelt die AG Fairtrade des Saarpfalz-Kreises. Über den Diriamba Verein ist außerdem der Verkauf der Bilder zugunsten von Frauenprojekten möglich.
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