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Lesung in der Stadtbücherei St. Ingbert mit Simon Matzerath zu „Inszenierung der Nation“

Vorstellung des Sachbuchs mit Fokus auf den Gemäldezyklus von Anton von Werner und den Umgang mit Historienmalerei

Von Redaktion St. Ingbert14.09.26, 14:39

Verlinkte Veranstaltungen

Lesung mit Ferdinand Knauß: „Der gelähmte Westen“29.10.26, 00:00Stadtbücherei St. Ingbert
Abend zu Hermann Hesses Lebenswerk04.11.26, 00:00Stadtbücherei St. Ingbert
Buchvorstellung mit Stefan Friedrich: „Von der Cowboyband zur Bergkapelle“10.11.26, 00:00Stadtbücherei St. Ingbert

In der Stadtbücherei St. Ingbert hat am Donnerstag, 10. September, eine Lesung mit dem Historiker, Archäologen und Denkmalpfleger Simon Matzerath großes Interesse geweckt. Matzerath stellte in einem Bildvortrag sein aktuelles Sachbuch „Inszenierung der Nation“ vor, das im St. Ingberter Conte Verlag erschienen ist.

Im Mittelpunkt des Buches steht der lange verschollene Gemäldezyklus des Malers Anton von Werner aus dem 1944 zerstörten Altsaarbrücker Rathaus. Die monumentalen Gemälde thematisieren den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und die Reichseinigung.

Einblick in Geschichte und Restaurierung

Matzerath, der von 2016 bis 2024 das Historische Museum Saarbrücken leitete und heute das Landesdenkmalamt Saarland führt, erläuterte den Besucherinnen und Besuchern die Geschichte der Gemälde und ihre aufwendige Wiederherstellung. Er zeigte, wie die durch unsachgemäße Lagerung stark beschädigten Werke restauriert und ihre ursprüngliche malerische Qualität wieder sichtbar gemacht werden konnten.

Dabei spannte er den Bogen von der Wiederentdeckung der Gemälde über die Restaurierung und digitale Rekonstruktion des ehemaligen Ratssaals bis hin zu der Frage, wie die Werke künftig präsentiert werden können.

Kritische Auseinandersetzung mit Historienmalerei

Zugleich setzte sich Matzerath kritisch mit der Aussagekraft der Historienmalerei auseinander. Nach Angaben der Pressemitteilung vermitteln die Gemälde ein stark patriotisch geprägtes Geschichtsbild und zeigen, wie Geschichte im Kaiserreich inszeniert und für die nationale Identitätsbildung genutzt wurde. Das berührt auch aktuelle Fragen der Erinnerungskultur, Geschichtspolitik und des Umgangs mit nationalistischen Bildwelten.

Die Veranstaltung machte nach Angaben der Stadtbücherei deutlich, welchen Beitrag historische Quellen zur Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit leisten können. Im anschließenden Austausch wurde unter anderem über nationale Identität, Ausgrenzung und die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft diskutiert.

Weitere Termine des Literaturforums

Das Literaturforum St. Ingbert setzt sein Veranstaltungsprogramm im Herbst fort. Am Donnerstag, 29. Oktober, stellt Ferdinand Knauß seinen Essayband „Der gelähmte Westen“ vor. Weiter geht es am Mittwoch, 4. November, in Kooperation mit der KEB Saarpfalz mit einem Abend zu Hermann Hesses Lebenswerk. Am 10. November präsentiert Stefan Friedrich sein Buch „Von der Cowboyband zur Bergkapelle“.

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Autor Simon Mazerath bei der Präsentation seines Buches „Inszenierung der Nation“ in der St. Ingberter Stadtbücherei
Autor Simon Mazerath bei der Präsentation seines Buches „Inszenierung der Nation“ in der St. Ingberter StadtbüchereiFoto: Jürgen Bost

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