Rund 50 Einsatzkräfte üben Ebola-Notfall am Flughafen und im Klinikum Saarbrücken

Am 27. Oktober übten rund 50 Einsatzkräfte am Flughafen und im Klinikum Saarbrücken den Umgang mit einem Ebola-Verdachtsfall.

Von Redaktion LK Regionalverband Saarbrücken2 Min. Lesezeit
Rettungsdienst-Mitarbeitende in Schutzanzügen betreten ein Flugzeug.

© Regionalverband Saarbruecken – Foto: Stephan Hett

© Regionalverband Saarbruecken – Foto: Stephan HettBild 1 von 2

Rund 50 Einsatzkräfte haben am Dienstag, 27. Oktober, am Flughafen Saarbrücken und im Klinikum Saarbrücken den Umgang mit einem Ebola-Verdachtsfall geübt. Das Szenario reichte von einer Notlandung über die Versorgung der Patientin und das Management möglicher Kontaktpersonen bis zur geplanten Weiterverlegung in eine Spezialeinrichtung.

Passagiere noch im Flugzeug nach Risiko eingeteilt

Im Übungsszenario erkrankte eine Ärztin auf dem Rückflug aus dem Ebola-Gebiet im Kongo. Nach einem Umstieg in Paris war sie auf dem Weg nach Frankfurt. Als sich ihr Zustand im Regionalflugzeug rasch verschlechterte, entschieden die Piloten laut Drehbuch, in Saarbrücken notzulanden.

Der Rettungsdienst versorgte die Patientin in Schutzkleidung und bereitete den Transport ins Klinikum Saarbrücken vor. Währenddessen teilte das Gesundheitsamt die übrigen Passagiere noch an Bord nach ihrem Ansteckungsrisiko in Gruppen ein. Anschließend wurden sie in eine benachbarte Flugzeughalle gebracht. Dort informierte das Gesundheitsamt die Passagiere über die vermutete Erkrankung und mögliche Ansteckungswege und erfasste sowie kontrollierte ihre Kontaktdaten.

Im Szenario durften Passagiere mit geringem Ansteckungsrisiko weiterreisen. Wer engeren Kontakt zur Erkrankten gehabt hatte, sollte bis zur Entwarnung in eine Quarantäne-Einrichtung. Rund 30 Statisten stellten die Passagiere dar.

Vom Klinikum sollte es nach Frankfurt gehen

Nach der Erstversorgung im Flugzeug und dem Rettungstransport nahm das Notfallteam des Klinikums Saarbrücken die Übungspatientin vorübergehend auf. Mitarbeitende der Zentralen Notaufnahme übten die Arbeit im Isolationsraum unter Schutzmaßnahmen; der reguläre Betrieb der Notaufnahme lief nach Angaben des Regionalverbands uneingeschränkt weiter.

Die Alarmierung des Kompetenzzentrums für Hochpathogene Infektionserreger in Frankfurt am Main aktivierte eine dafür ausgerüstete und geschulte Spezialeinheit. Sie sollte die Patientin im Klinikum übernehmen und in die Sonder-Isolierstation des Universitätsklinikums Frankfurt am Main bringen. Die Anfahrt der Einheit und die Übernahme waren jedoch nur fiktiv. Erst mit der vorgesehenen Übergabe der Ebola-Patientin endete die Übung gegen 13 Uhr.

Übung soll Einsatzpläne verbessern

An der Übung waren neben dem Gesundheitsamt des Regionalverbands Saarbrücken der Flughafen, der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar, das Klinikum auf dem Winterberg sowie Bundes- und Landespolizei beteiligt. Beobachter verschiedener Institutionen, darunter das Robert Koch-Institut, die Bundeswehr und das Kompetenzzentrum für Hochpathogene Infektionserreger, bewerteten die Abläufe. Eine detaillierte Auswertung soll dazu beitragen, Einsatzpläne weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen zu verbessern.

Als tatsächlichen Anlass für die Beschäftigung mit dem Szenario nennt der Regionalverband einen Fall im Juni: Nach der Landung in Paris wurde ein Passagier mit Ebola-Symptomen aus einem Flugzeug isoliert.

Regionalverbandsdirektorin Dr. Carolin Lehberger sagte: „In unserer Verantwortung für den Schutz der Menschen in unserer Region haben wir diese Übung durchgeführt, um bestmöglich für den Ernstfall gewappnet zu sein“. Susanne Neu, Leiterin des Gesundheitsamtes Saarbrücken und Gesamtübungsleiterin, erklärte: „Die Zusammenarbeit und die Professionalität aller beteiligten Einheiten bewegten sich auf höchstem Niveau.“

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