BarrierefreiheitEinfache Sprache
SaarWeit Logo
LandkreiseVeranstaltungen

Rechtliches

  • Impressum
  • Datenschutz
  • AGB
  • KI-Hilfsmittel
  • Transparenzbericht
  • Unsere Quellen
  • Über uns
  • Styleguide

Verlag & Partner

  • Hessen App GmbH
  • dashdesign;
  • Die Stadt App
  • Die Mittelhessen-App
  • Herold News

Service

  • Kontakt
  • Problem melden
  • Werbung schalten
  • PUR-Abo & Kündigung

© 2026 Hessen App GmbH

Sprache wählen

Hospiztage im Saarpfalz-Kreis: Matinee zu Hoffnung, Selbstbestimmung und Würde

Eröffnung mit Gesprächen und Musik sowie Impulsen zu Lebensqualität in schweren Situationen

Von Redaktion LK Saarpfalz-Kreis09.09.26, 01:01

Verlinkte Veranstaltungen

Vortrag „Biographiearbeit“09.09.26, 18:00Caritas-Zentrum St. Ingbert
WALA – Wickel, Auflagen und Einreibungen15.09.26, 17:00Caritas-Zentrum St. Ingbert
Filmvorführung „Toni und Helene“18.09.26, 19:00Kinowerkstatt St. Ingbert

Mit einer musikalischen Einstimmung und einer Matinee im Zeichen von Hoffnung, Selbstbestimmung und Würde sind die 12. Hospiztage im Saarpfalz-Kreis feierlich eröffnet worden. Die Veranstaltung in Homburg brachte Menschen zusammen, die sich beruflich oder ehrenamtlich in der Hospizarbeit engagieren, sowie zahlreiche interessierte Gäste.

Ausgerichtet werden die Hospiztage vom Ökumenischen Hospiz- und Palliativberatungsdienst Saarpfalz und vom Hospiz- und Palliativnetzwerk des Saarpfalz-Kreises mit seinen Partnern. Den Auftakt bildete „Morning has broken“, interpretiert von Franz Vogelgesang und Frank Berger. Das Lied setzte den thematischen Rahmen für die Matinee, bei der es um die Frage ging, wie auch in Zeiten von Krankheit, Abschied oder Unsicherheit Hoffnung auf Lebensqualität, Selbstbestimmung und den Erhalt der Würde bestehen bleibt.

Koordinatorin Gabriele John-Neumann begrüßte die Gäste und bezog sich in ihren Ausführungen auf die ausgewählten Musikstücke. Auch der Beatles-Song „Help“ wurde aufgegriffen. Seine Botschaft sei, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens einmal Hilfe, Nähe und Unterstützung brauche; ein einfaches „Ich bin für dich da“ könne manchmal Wunder bewirken.

Landrat Frank John, der als Schirmherr der Hospiztage fungiert, hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Hospizarbeit für die Region und darüber hinaus hervor. Die Begleitung von Menschen am Lebensende sei eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe und gelebte Menschlichkeit. Wenn medizinische Möglichkeiten an ihre Grenzen stoßen, rücke der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Ängsten und Wünschen noch stärker in den Mittelpunkt.

Barbara Aßmann, Vorsitzende der Ökumenischen Hospizhilfe Pfalz/Saarpfalz und Diözesan-Caritasdirektorin, brachte diesen Gedanken mit dem Satz auf den Punkt: „Selbst, wenn nichts mehr zu machen ist, kann noch ganz viel getan werden.“ Hospizarbeit bedeute nicht, dem Leben lediglich mehr Zeit zu geben. Es gehe darum, Menschen dabei zu unterstützen, die verbleibende Zeit möglichst bewusst, symptomarm, würdevoll und selbstbestimmt zu erleben. Dazu gehörten medizinische und pflegerische Unterstützung ebenso wie menschliche Nähe, Gespräche, Trost und die Gewissheit, nicht allein zu sein.

Als Referent war Samuel Koch zu Gast. Sein Vortrag war nach Angaben der Veranstalter von Authentizität, persönlichen Einblicken und einer ermutigenden Botschaft geprägt. Er stellte die Aussage in den Mittelpunkt, dass der Mensch nicht durch seine Leistung perfekt werde, sondern dadurch, dass er geliebt werde. Zugleich machte er deutlich, dass auch schwere Lebenssituationen nicht ausschließlich von Verlust und Abschied geprägt sein müssen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit könne den Blick auf das Wesentliche schärfen: auf Beziehungen, gemeinsame Momente, Hoffnung und auf das Leben selbst.

Ein roter Faden seines Vortrags waren die unterschiedlichen Phasen der Krisenbewältigung. Neben starken Emotionen, die einen Schicksalsschlag begleiten können, seien Akzeptanz und Aktion entscheidende Schritte auf dem Weg in ein neues, durchaus erfülltes Leben. Dabei komme es darauf an, den eigenen Gestaltungsspielraum zu erkennen und die Möglichkeiten zu nutzen, die trotz aller Einschränkungen bestehen bleiben.

Der Mensch sei wertvoll um seiner selbst willen. Er sei ein „Human Being“ und kein „Human Doing“. Sein Wert bemesse sich nicht an Leistung, Erfolg oder Nutzen für andere. Die Erfahrung, geliebt und angenommen zu sein – unabhängig von Leistung und Funktion –, könne zu einer wesentlichen Quelle von Halt und Zuversicht werden.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer dankten dem Referenten am Ende mit Standing Ovations. In der anschließenden Fragerunde bestand Gelegenheit, die Gedanken des Vortrags aufzugreifen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Im weiteren Verlauf wurde zudem deutlich, wie vielfältig die Themen rund um Hospizarbeit, Sterben, Tod und Trauer sind und wie wichtig Räume für Austausch, Begegnung und gegenseitige Unterstützung bleiben.

Den musikalischen Schlusspunkt setzte „You Raise Me Up“ von Westlife. Im Anschluss an die Veranstaltung konnten sich die Besucherinnen und Besucher an Informationsständen über die Arbeit und die Angebote rund um die Hospizbegleitung informieren. Ein Büchertisch lud dazu ein, sich weiter mit den Themen Sterben, Abschied, Trauer, Lebensbegleitung und Hoffnung auseinanderzusetzen. Samuel Koch stand außerdem noch für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Die Eröffnungsveranstaltung machte nach Angaben der Veranstalter deutlich, dass Hospizarbeit den Blick nicht allein auf das Ende des Lebens richtet, sondern auf den Menschen, auf das, was bleibt, was möglich ist und was ein Leben bis zuletzt lebenswert macht. So fasst das Motto der diesjährigen Hospiztage es zusammen: „Das Leben geht weiter, als man denkt“.

Weitere Veranstaltungen

  • 9. September, 18 bis 20 Uhr: Vortrag „Biographiearbeit“ mit Isabell Funk (Caritas-Zentrum St. Ingbert)
  • 15. September, 17 bis 20 Uhr, und 16. September, 10 bis 13 Uhr: WALA – Wickel, Auflagen und Einreibungen (Caritas-Zentrum St. Ingbert)
  • 18. September, 19 Uhr: Filmvorführung „Toni und Helene“ (Kinowerkstatt St. Ingbert)
  • 25. September, 17 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst mit Chor (St. Engelbert, St. Ingbert)
  • 26. September, 9:30 bis 15 Uhr: Workshop „So nimm denn meine Hände ... und geh (ein Stück) mit mir“ mit Tanja Haupenthal (Caritas-Zentrum St. Ingbert)
  • 2. Oktober, 16 bis 20 Uhr: Letzte-Hilfe-Kurs zur Begleitung schwerstkranker Menschen (Pro Seniore Residenz Hohenburg, Homburg)
  • 17. November, 18 Uhr: Das Homburger Frauenkabarett – „Das volle Programm bitte“ (Stadthalle St. Ingbert, Karten im Weltladen St. Ingbert)

Für Veranstaltungen mit begrenzter Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung erforderlich. Nähere Informationen zu Anmeldung und Veranstaltungsorten gibt es unter www.saarpfalz-kreis.de in der Rubrik „Hospiz- und Palliativnetz Saarpfalz“ oder telefonisch unter 06841-97 286 13 beim Hospizdienst Saarpfalz.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen→

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern:

WhatsAppFacebookXE-Mail
Samuel Koch mit den AkteurInnen der Hospiztage im Saarpfalz-Kreis.
Samuel Koch mit den AkteurInnen der Hospiztage im Saarpfalz-Kreis. Foto: Beate Ruffing -----------------Foto: 20260906_Eröffnung_Hospiztage_Gruppenfoto · Bildquelle: pit-br3 Bildtext: Samuel Koch mit den AkteurInnen der Hospiztage im Saarpfalz-Kreis. Foto: Beate Ruffing -----------------

Artikel anhören

Ihr Browser unterstützt die Audiowiedergabe nicht.